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2 Wochen Borneo - unsere Reiseroute für Sabah

Unsere Abenteuerreise durch den malaysischen Bundesstaat Sabah war eine bunte Mischung aus Bergbesteigung, Tauchen an den besten Spots der Welt und vielen unvergesslichen Tierbeobachtungen. Orang Utans, Nashornvögel, Haie und jede Menge Schildkröten – die Tierwelt Borneo’s hat uns in ihren Bann gezogen und die Reise zu einem einmaligen Erlebnis gemacht. In diesem Beitrag stelle ich euch unsere individuell zusammengestellte Route vor und gebe euch einen Überblick zur Reise.



Übersicht Sabah, Borneo

 

Allgemein:

 

Borneo ist die drittgrößte Insel der Welt und gehört zu den Ländern Indonesien, Malaysia und Brunei Darussalam. Der malaysische Part macht den Norden der Insel aus und besteht aus den beiden Bundesländern Sabah und Sarawak. Aufgrund der begrenzten Reisezeit haben wir uns dafür entschieden unsere Reise auf Sabah zu beschränken. In Sabah leben ca. 3,5 Millionen Menschen und die Hauptstadt ist Kota Kinabalu im Westen der Insel. Die beste Reisezeit für Sabah ist in den Monaten Mai bis September, während der Trockenzeit. Wir waren im Dezember, also mitten in der Regenzeit unterwegs, hatten aber dennoch Glück mit dem Wetter und nur sehr wenige kurze Regenschauer.

 

 Unsere Reiseroute haben wir selbst zusammengestellt. Für einige Aktivitäten haben wir aber Touren gebucht und konnten uns damit auch oft die Organisation von Fahrten zwischen den Zielen sparen. Da es so viel zu Erleben gibt in Sabah haben wir die Touren vorab gebucht, um sicher zu gehen, dass das zeitlich hinhaut. Auch wenn dadurch wenig Flexibilität blieb, bin ich ganz froh, dass wir das gemacht haben, denn für einige Aktivitäten sind die Plätze begrenzt, wie zum Beispiel für die Bergtour, den Besuch der Turtle Island oder die Permits um bei Sipadan zu Tauchen.

 

Anreise & Inlandstransport:

 

In Sabah gibt es den internationalen Flughafen Kota Kinabalu. Direktflüge gibt es aus Deutschland keine, hier empfiehlt sich der Flug nach Kuala Lumpur oder Singapur und von dort weiter nach Kota Kinabalu oder Sandakan. Innerhalb Sabah’s kommt man am schnellsten mit dem Flugzeug voran. Es gibt insgesamt 7 Flughäfen (Kota Kinabalu, Tawau, Sandakan, Lahad Datu, Labuan, Keningau, Kundat) und diverse Airlines die regelmäßig fliegen (Air Asia, Malaysian Air, Air Brunei,…). Eine umweltfreundlichere Alternative sind Busse, die alle größeren Städte miteinander verbinden und einigermaßen regelmäßig verkehren. Für kürzere Strecken ist Grab weit verbreitet und häufig das beste Mittel der Wahl.

Tag 3-4: Bergwanderung auf den Mount Kinabalu

Die ersten beiden Reisetage gehen für die Anreise nach Kota Kinabalu drauf. Dort komme ich am zweiten Tag nach dem Mittag an und treffe mich direkt mit Dorina im Hostel. Geschafft von der Anreise machen wir gar nicht mehr so viel an diesem Tag. Wir gehen noch Essen in der Nähe des Hostels und dann auch schon zeitnah ins Bett. Dank Jetlag wird meine Nacht recht schlaflos. Dennoch geht es am nächsten morgen früh los und ich werde zur Tour auf den Mount Kinabalu abgeholt. Dorina ist leider nicht fit und so muss ich den Aufstieg alleine wagen. Für die Tour ist ein Guide zwingend vorgeschrieben und den teile ich mir mit zwei Singalesen. Am ersten Tag geht es auf einer Strecke von 6 km von 1.800m hoch auf 3.300m. Dort wird in einer überraschend gemütlichen Berghütte genächtigt und am nächsten Morgen um halb 3 startet dann der Aufstieg auf den Gipfel um in 4.095m den Sonnenaufgang zu beobachten. Die Wanderung ist super anstrengend und bringt mich an meine Grenzen, aber der Anblick zum Sonnenaufgang sowie der pure Freude die Tour gemeistert zu haben machen das wieder wett.

 

Nach der Gipfelbesteigung gibt es ein reichhaltiges Frühstück in der Berghütte und dann geht es auch schon wieder runter ins Tal. Gegen 14 Uhr erreiche ich die Talstation im Mount Kinabalu Nationalpark und werde nach einem leckeren Essen zurück nach Kota Kinabalu gebracht. Dort treffe ich mich mit Dorina und wir machen uns nach einer kurzen Dusche direkt auf den Weg zum Flughafen für unsere Weiterreise nach Semporna bzw. Tawau. Mit dem Flieger geht es nach Tawau und von dort nochmal gut eine Stunde weiter nach Semporna, wo wir kurz vor Mitternacht todmüde ins Bett fallen. Hier geht es zum ausführlichen Post zur Bergbesteigung, inklusive meiner Packliste.

Tag 5-8: Tauchen bei Mabul und Sipadan

Tatsächlich ist Tauchen bei Sipadan der Hauptgrund, weshalb wir uns für eine Reise nach Borneo entschieden haben. Als wir im letzten Jahr beide den Tauchschein gemacht haben, wurden wir unabhängig voneinander mehrfach darauf hingewiesen, dass Sipadan der tollste Tauchplatz der Welt sein soll. Darüber haben wir uns unterhalten und die Idee gemeinsam dort Tauchen zu gehen kam zum ersten Mal auf. Als Dorina sich dann dafür entschieden hat den Job zu kündigen um die Welt zu bereisen wurde aus der Idee ein Ziel und wir planten ein Treffen in Borneo um uns selbst ein Bild von den Tauchplätzen zu machen. Um auf Sipadan zu Tauchen muss vorab eine Genehmigung gekauft werden, da die Plätze pro Tag streng limitiert sind. Einige Tauchbasen bieten Permits in Kombination mit Tauchpaketen an weniger limitierten Tauchplätzen an. So haben wir uns für ein 4 Tagestauchpaket entschieden, das neben einem Tag Sipadan auch drei Tage Tauchen ab Mabul beinhaltet hat.

 

Früh morgens ging es mit dem Boot von Semporna aus auf die Insel Mabul und dort dann auch quasi direkt auf das Tauchboot und raus zu den ersten beiden Tauchgängen. Mittags konnten wir dann in unser gemütliches Chalet mit Hängematte auf der Veranda einziehen und uns bis zum letzten Tauchgang des Tages erholen. Die Tauchplätze um Mabul und Kapalai haben uns direkt begeistert und wir haben ein paar schöne entspannte Tage auf der Insel verbracht, ganz nach dem Motto: eat, dive, sleep, repeat. Das ganz klare Highlight war dann der Tag auf der Trauminsel Sipadan. Ganze vier Tauchgänge hatten wir in diesem Unterwasserparadies. Jeder Einzelne ein absolutes Erlebnis für sich. Wir sehen Tausende von Fischen, können die Schildkröten längst nicht mehr zählen, sehen (ich zum ersten Mal) Haie und tauchen mit Schwärmen von Makrelen und Bumphead Parrotfish. Hier gibt es bald alle Informationen zu unserem Tauchaufenthalt.

Tag 9-11: Tierbeobachtungen und Flusssafari auf dem Kinabatangan River

 Nach einer weiteren Nacht in Semporna nehmen wir einen Fernbus um ins ca. 4h entfernte Kinabatangan zu reisen. Dort haben wir eine Dschungeltour mit Flusssafari gebucht und werden Weihnachten im Dschungel verbringen. Unser Touranbieter holt uns überpünktlich am vereinbarten Treffpunkt ab und weiter geht es in das kleine Dorf Bilit und von dort mit dem Boot in unsere Dschungellodge.

 

Nach einer kurzen Einführung startet schon die erste Rivercruise auf der Suche nach wilden Tieren. Schon nach wenigen Minuten sind wir erfolgreich und entdecken eine Orang Utan Dame mit Jungem.  Auf der Fahrt entdecken wir neben einigen Orang Utans auch viele Nasenaffen und Langschwanzmakaken sowie wunderschöne Nashornvögel und Adler.

 

 Nach dem Abendessen bekommen wir einen witzigen Kurs in traditionellem Tanz, auch mal eine Möglichkeit den Heiligabend zu verbringen. Danach machen wir, mit Taschenlampen und Insektenspray bewaffnet, eine Nachtwanderung durch den Dschungel. Tatsächlich entdecken wir ein paar schlafende Eisvögel, eine Leopardenkatze, ein Stinktier und das ein oder andere Insekt. An den kommenden Tagen gibt es jeweils eine morgendliche und abendliche Bootstour sowie einen morgendlichen Dschungeltrek, immer auf der Suche nach den einzigartigen Tieren Borneos.

 

 Am letzten Tag verlassen wir die Lodge nach dem Frühstück und erreichen Sepilok zur Mittagszeit. Alle Infos zu unserer Tour am Kinabatangan findet ihr hier.

Tag 11-13: Malayenbären, Regenwald und Glühwürmchen in Sepilok

 Den Nachmittag nach der Dschungeltour haben wir in Sepilok verbracht. Zuerst waren wir im Sun Bear Conservation Center und haben Malayenbären, die kleinsten Bären der Welt besucht. Das Conservation Center ist mit viel Liebe aufgebaut und wir konnten uns gut über die bedrohten Tiere informieren. Die Tiere warden in einem abgesperrten Bereich im Dschungel gehalten und dort für eine Freilassung in die Natur vorbereitet. Da die Bären vor allem als Junge so niedlich sind, warden diese oft als Haustiere gehalten, was alles andere als artgerecht ist und zu Problemen führt, wenn die Bären größer werden. Auch wenn die Domestizierung verboten ist, kommt das immer wieder vor.

 

 Nach dem Besuch freuen wir uns in einem Restaurant über eine Pizza und entscheiden uns, ganz genütlich im Hotel zu entspannen und einen Film zu schauen. Am Abend trennen sich unsere Wege und Dorina reist weiter nach Kuala Lumpur, während ich noch ein paar Tage auf Borneo bleibe.

 

Den nächsten Tag verbringe ich im Rainforest Discovery Center. Das ist ein Bereich im Regenwald, der als Freilicht-Naturkundemuseum besucht werden kann. Im Eingangsbereich gibt es eine nette Ausstellung sowie einen Garten mit allerlei tropischen Pflanzen. Ansonsten führen einige gut bis weniger gut ausgebaute Wanderwege auf einem Netz von ca. 20km durch den Wald. Ich verbringe einige Stunden dort und entdecke einige Vögel, Reptilien und Insekten. Gefühlt hätte es mehr Sinn gemacht, das RDC vor der Dschungellodge am Kinabatangan zu besuchen. Auch wenn vieles nicht mehr neu war, fand ich den Besuch sehr informativ. Sicher kein must do in Sabah, aber dennoch ganz nett.

 

Am Abend buchte ich dann ganz spontan einen Ausflug zur Fireflies Cruise – einer Bootstour auf der Suche nach Glühwürmchen. Ein atemberaubendes Erlebnis, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Tag 13-14: Besuch auf Selingan Island – der Schildkröteninsel

 Am nächsten morgen wurde ich nach dem Frühstück abgeholt und nach Sandakan gefahren. Von dort ging es aufs Boot und weiter auf die ca. 1h entfernte Insel Selingan, auch genannt Turtle Island. Diese Insel kann nur im Rahmen einer zweitägigen Tour gebucht werden und ist auf 50 Besucher am Tag limitiert. Das Highlight der Insel sind, wie es der Name schon sagt, die Schildkröten. Hier kommen das ganze Jahr über, jeden Tag Meeresschildkröten an Land um ihre Eier abzulegen. Um sicher zu gehen, dass möglichst viele kleine Schildkröten überleben, arbeiten Ranger auf der Insel, die die Eier einsammeln und wieder an einem sicheren Ort verbuddeln. Außerdem werden täglich Frisch geschlüpfte Schildkröten ins Meer freigelassen. Bei allen diesen Aktivitäten können die Ranger beobachtet und begleitet werden.

 

 Den Nachmittag hatten wir zur freien Verfügung und neben einer Erkundung der Insel war ich bestimmt 2h lang Schnorcheln. Nach Sonnenuntergang bekamen wir ein Briefing für den Ablauf wenn die Ranger “Turtle Time” rufen und besuchten eine interessante Ausstellung zur Meeresschildkröte. Unser Guide war super und konnte un salle Fragen zu den Tieren beantworten. Danach gab es Essen und dann mussten wir warten. Dabei wurden wir gewarnt, dass wir unter Umständen sehr lange warten müssen und darüber hinaus auch keine Garantie haben, wirklich Schildkröten zu sehen (im Dezember kommen am wenigsten Schildkröten an Land). Entsprechend war die Stimmung ein wenig angespannt, da alle Sorgen hatten, dass wir hier auch Pech haben könnten. Die Bedenken waren zum Glück völlig umsonst, den bereits um halb 9 wurde “Turtle Time” ausgerufen und wir konnten die Eiablage live miterleben sowie frisch geschlüpfte Schildkröten ins Meer geleiten. Ein atemberaubendes Erlebnis. Alles dazu findet ihr bald hier auf dem Blog.

 

 Am nächsten Morgen ging es dann schon früh zurück nach Sandakan und weiter nach Sepilok. Neben einem Besuch der Schildkröten stand auch noch ein Besuch im Orang Utan Rehabilitation Center an. Da gab es Orang Utans en masse und auch viele interessante Informationen zu den großen Menschenaffen. Dies ist die meistgebuchte Aktivität auf Borneo und viele sagen, dass der Besuch ein absolutes Muss in Sabah ist. Ich fand den Besuch super, aber die Affen am Kinabatangan in freier Wildnis zu sehen, war doch nochmal ein ganz anderes Erlebnis.

 

 Nach dem Besuch der Orang Utans gab es ein leckeres Mittagessen und dann ging es für mich auch schon zum Flughafen für den Rückflug nach Kota Kinabalu.

Tag 14-16: Kota Kinabalu und Tunku Abdul Rahman Nationalpark

 Den Nachmittag in KK habe ich ganz ruhig angehen lassen. Ich hatte mittlerweile so viele Eindrücke gesammelt, die erst einmal verarbeitet werden mussten. Erst gegen Abend verließ ich mein gemütliches Hostel um mich in den Trubel auf dem beliebten Nightmarket zu stürzen. Dort schlenderte ich an den Ständen vorbei und besorgte mir ein leckeres Abendessen in einer Garküche.

 

Am nächsten Tag stand ein Tauchausflug in den Tunku Abdul Rahman Nationalpark an. Der Park ist nur eine gute Viertelstunde mit dem Boot von Kota Kinabalu entfernt und ein kleines Naturparadies. Am Vormittag standen zwei schöne Tauchgänge in den absolut intakten Korallengärten an, bei denen wir unter anderem Haie, Seepferdchen, Oktopusse und Schildkröten zu Gesicht bekommen. Zum Mittagessen waren wir dann auf der Hauptinsel Gaya unterwegs. Den Nachmittagstauchgang konnte ich wegen meines Rückfluges am nächsten Tag und der 24h Flugpause nach dem Tauchen nicht machen, aber ich habe eine gute Zeitüberbrückung gefunden. Und zwar habe ich eine Zipline entdeckt, die die Inseln Gaya und Sapi mit einander verbindet. Natürlich musste ich nicht lange überlegen und war sofort dabei was sich wirklich gelohnt hat und eine tolle letzte Aktivität in diesem Urlaub für mich war. Noch mehr zum Ausflug in den Tunku Abdul Rahman Park findet ihr hier.

 

Zurück in Kota Kinabalu machte ich mich auf eine kleine Erkundungstour und gönnte mir anschließend eine wohltuende Massage. Zum Abendessen setzte ich mich in ein Restaurant am Meer und genoss den letzten

Sonnenuntergang.

Tag 16: Bye Borneo und Hello Kuala Lumpur

 

Am nächsten morgen ging es zeitig zum Flughafen und von dort aus nach Kuala Lumpur. Dort wollte ich mich noch einmal mit Dorina und ihrer Mutter treffen bevor es zurück nach Frankfurt ging. Leider war die Anreise doch ein wenig länger als gedacht und so war ich erst am Nachmittag beim Apartment der beiden angekommen. Da sind wir dann direkt in den Pool oben auf der Dachterasse gehüpft und haben uns über die Aussicht auf die Petronas-Towers sowie den Fernsehturm gefreut.

 

Zum Abendessen hat Dorinas Mama lecker für uns gekocht und dann hieß es für mich endgültig Abschied nehmen und den Heimweg antreten.

Skylineview in Kuala Lumpur, Malaysia
Skylineview in Kuala Lumpur, Malaysia

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Kommentare: 1
  • #1

    Edelmama (Montag, 27 Januar 2020 19:25)

    Das war so interessant, hab mich gefühlt, als ob ich dabeigewesen wäre

Hier schreibe ich, Steffi, von meinen kleinen und größeren Reisen in der Heimat und rund um die Welt. Ich habe nie meinen Job gekündigt um die Welt zu bereisen, aber ich nutze jede Gelegenheit unseren schönen Planeten zu erkunden. Auf travel and other stories zeige ich euch, dass man sich auch mit Vollzeitjob kein Abenteuer entgehen lassen muss