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Mein Jahr 2020 - ein Reiserückblick der anderen Art

Eine Reise zu mir selbst

Das wohl verrückteste und unvorhersehbarste Jahr überhaupt geht zu Ende. Ein Jahr voller Unsicherheit, schockierenden Nachrichten, Videokonferenzen, spontanen Planänderungen aber auch Entschleunigung, Dankbarkeit und Genügsamkeit. Ein Jahr, in dem ich mich persönlich so viel weiter entwickelt habe, als in den Jahren zu vor. Ich musste lernen Pläne umzuwerfen, anzupassen oder einfach einmal keinen Plan zu haben. Waren in den letzten Jahren immer mindestens 2 Reisen im Vorfeld gebucht und meine Wochenenden für mehrere Monate ausgeplant, war es dieses Jahr schon fast außergewöhnlich, wenn mein Kalender private Termine angezeigt hat. Ein Jahr voller Entschleunigung und Zeit. Zeit für mich um über mich und mein Leben nachzudenken und mich auf die Dinge zu fokussieren die mir wirklich wichtig sind. Das Hier und Jetzt voll und ganz zu genießen, ohne schon an die nächsten Pläne zu denken. Selten war ich so geerdet, zufrieden und dankbar für alles was ich habe. Mein Jahr 2020 war eine große Reise mit einem nicht vorhergesehenen Ziel und zwar zu mir selbst.

Baum-Asana (YOGA) am Mainufer

 

Auch wenn nichts so gekommen ist, wie ich es im letzten Jahr geplant hatte, gab es doch die ein oder andere Reise in diesem Jahr. Ein eher spontan gewähltes Reiseziel hat sich dabei sogar zu einem meiner liebsten Traumreiseziele herauskristallisiert und war ein absolutes Highlight.

 

Hier könnt ihr meine ursprünglichen Reisepläne noch einmal nachlesen.

 



Mein Reiserückblick 2020

Nachdem ich den Jahreswechsel 2019/2020 im Flieger von Kuala Lumpur nach Frankfurt verschlafen habe, startete ich in ein gemütliches neues Jahr. Im Januar machten wir einige Ausflüge zum Wandern auf der Schwäbischen Alb, im Altmühltal und im Allgäu. Auch der Februar war noch sehr entspannt mit diversen Wanderungen und einem Wochenendtrip nach Luxemburg.

 

Für die Monate März, April und Mai hatte ich einiges geplant und gebucht: einen Kurztrip nach Barcelona sowie nach Tirol, Tauchurlaub in Ägypten und eine Safari durch Namibia und Botswana sowie einen Besuch bei meinem Bruder in Frankreich. Das hat natürlich alles nicht stattfinden können und entsprechend habe ich die Zeit in der Heimat verbracht.

 

Wir waren viel draußen, Wandern & Radfahren und haben zum Teil auch neue Orte entdeckt. Im Mai hatte ich 2,5 Wochen frei und erstmal gar keine Pläne. Das hatte ich schon sehr lange nicht mehr. Mehr als 1-2 Tage frei ohne zu verreisen gab es bei mir noch nicht, selbst während des Studiums hatte ich nie so lange frei, da ich in den Semesterferien immer viel gearbeitet habe. Das war also eine ganz neue Erfahrung für mich. Ich hatte Zeit Bücher zu lesen, mich Handarbeits-Projekten zu widmen, mich mit Freunden  zu treffen (Social Distancing Wanderungen – wie wir es genannt haben) sowie um als Erntehelferin zu arbeiten. Tatsächlich eine sehr schöne, entschleunigte Pause, die ich mir unter normalen Umständen niemals gegönnt hätte.

 

Ende Mai nutzten wir die Wiedereröffnung der Hotels und verbrachten ein verlängertes  Wochenende in Mittenwald mit schönen Wanderungen in den Alpen. Ein sehr entspanntes Wochenende, dass so richtig Lust auf Berge geweckt hat. Im Juni standen auch wieder einige schöne Wanderungen auf dem Programm. Im Juli habe ich mich dann tatsächlich in einen Flieger gesetzt und bin nach Gozo gereist. Dort war ich als einzige Schülerin beim Tauchen und den ganzen Tag mit meinem Instructor auf der Insel unterwegs auf der Suche nach den besten Tauchplätzen. Das war eine wundervolle und ganz besonders lehrreiche Zeit. Ich habe jeden Moment genossen, ganz besonders die Augenblicke Unterwasser.

 

Mit allen Lockerungen und einer Teil-Rückkehr zur Normalität war der August dann tatsächlich ein richtiger Reisemonat, wie in den vergangenen Jahren. Angefangen hat es mit einem Trip nach Slowenien mit meinem Freund. Auch wenn wir wegen dem regnerischen Wetter nicht so viel wandern konnten wie geplant hatten wir eine tolle Zeit. Für mich war es sehr schön wieder zurück zu kehren, nachdem ich das kleine Land 2017 direkt ins Herz geschlossen hatte. Kurze Zeit später konnten wir dann Mama’s Geburtstagstrip nachholen und verbrachten ein Mutter-Töchter Wochenende mit Hund in Tirol, inklusive einem Neuschwanstein-Besuch. Und Ende August, bzw. eigentlich dann schon im September stand mein Highlight des Jahres an.

 

Es ging auf die Azoren. Genauer gesagt auf die Insel Pico im Zentral-Atoll. Die Azoren sind ein Taucherparadies im Atlantik, mit National Geography Charakter und haben alles andere als enttäuscht. Ich bin mit Hunderten von Delfinen geschnorchelt, habe Finn- und Potwale aus der nächsten Nähe beobachtet und hatte die unglaublichsten Tauchgänge. Ich bin mit ganzen Gruppen von Blauhaien getaucht, mit Mobulas, Stachelrochen, Baby-Adlerrochen, Zackenbarschen, riesigen Barrakuda-Schulen und habe sogar einen Hammerhai gesehen, bei Drift Dives wurde ich ordentlich durch einen Vulkankrater geschleudert und wurde jeden Tag aufs neue vom Blauen Wunder unserer Erde fasziniert. Nach dieser Reise war ich vollkommen geerdet. Ich konnte einige Wochen von den Erlebnissen zehren und war bis obenhin erfüllt von Dankbarkeit.

Meine Top 8 Highlights 2020

So viele tolle Erlebnisse, die das Jahr 2020 für mich bereit gehalten hat. Meine 8 Highlights, Momente und Dinge für die ich ganz besonders dankbar bin, zeige ich euch hier. Die Reihenfolge hat dabei keine besondere Bedeutung.

Tauchen mit Blauhaien auf den Azoren

Tauchen auf den Azoren war einfach traumhaft. Ganz besonders die Tauchgänge mit den Blauhaien. Teilweise waren bis zu 12 dieser majestätischen Tiere um mich herum. Die Blauhaie sind ganz schön neugierig und kommen einem ganz schön Nahe. Auge in Auge mit diesen Tieren zu sein ist ein unvergessliches Erlebnis.

Blauhai vor der Insel Pico, Azoren, Portugal

Radtour zu den Wildpferden in der Geltinger Birk

Die Radtour an die Geltinger Birk war ein super schönes Erlebnis. Mein Highlight waren dann natürlich die Wildpferde. Die Konikpferde leben halbwild, d.h. sie können sich innerhalb der Geltinger Birk frei bewegen und leben, wie es ihre wilden Vorfahren getan haben.

Konik-Wildpferde in der Geltinger Birk

Wanderung auf die Nördliche Karwendelspitze von Mittenwald

Dass wir bei unserer Wanderung zur Nördlichen Karwendelspitze über die Dammkarhütte im Schnee landen würden und teilweise ganz schön klettern mussten um den Berg hinauf zu kommen, haben wir nicht bedacht. Als wir die Spitze erreichten war die Freude über die grandiose Aussicht dafür umso größer. Für den Abstieg haben wir uns dann die Seilbahnfahrt gegönnt.

Blick vom Karwendelgebirge über die Alpen

Kayak-Tour von Gozo nach Camino

Meine Reise nach Gozo war super. Die Tauchplätze und mein Dive Instructor waren grandios und ich hatte eine richtig schöne, fast unbeschwerte Zeit auf der Insel. Am letzten Tag machte ich eine spontane Kayak-Tour zur Nachbarinsel inklusive Schnorchelpause in einer versteckten Lagune. Absolut zu empfehlen.

Bucht auf Gozo

Raclette im August: Familien-Wochenende in Tirol

Im August konnten wir Mamas Geburtstagsgeschenk endlich einlösen und mit ihr nach Tirol fahren. Auf dem Hinweg haben wir die fehlenden Touristenmassen genutzt um Neuschwanstein einmal im Sommer zu sehen. In Tirol hatten wir etwas Pech mit dem Wetter, dafür aber die perfekte Gelegenheit uns mit Raclette auf unserer Terasse zu verwöhnen. Und zum Einläuten der Raclette-Saison gilt ja sowieso: Je früher, desto öfter.

Blick auf die Zugspitze, mit Golden Retriever Lotta

Schnorcheln mit Delfinen auf den Azoren

Die Azoren haben mich komplett fasziniert, daher gibt es noch eine Top 8 Platzierung für die unvergesslichen Meeressäugermomente. Wir haben vier verschiedene Delfin-Arten gesehen (inkl. der seltenen Risso's Delfinen) und so viel Action. Unglaublich was für gewaltige Sprünge diese schönen Tiere aus dem Wasser machen können. Abtauchen und Delfine unterwasser zu erleben hat etwas magisches. Das typische Delfinklickern ist überall zu hören und blitzschnell schießen die Tiere an einem vorbei, wie aus dem Nichts nur um kurze Zeit später wieder im wundervollen Blau zu verschwinden.

Delfinschule unter Wasser, Azoren, Portugal

Baden in der eiskalten Soca

Nachdem ich mich 2017 schon in das Land verliebte, war ich umso glücklicher dieses Jahr noch einmal mit meinem Freund nach Slowenien zu reisen. Nie vergessen werde ich das 11°C kalte Wasser der Soca. Nach einer schönen Wanderung im Triglav-Nationalpark kam die Abkühlung sehr gelegen. Der Badespaß hat allerdings keine Minute gedauert, bis es dann doch zu kalt wurde.

Baden im Fluss Soca in Slowenien

Als Erntehelfer im Hopfengarten Anpacken

Zweieinhalb Wochen Urlaub im Mai - und keine Möglichkeit zu verreisen. Kein Problem, ein Alternativprogramm war schnell gefunden. Zusammen mit meiner besten Freundin ging es an den Bodensee um im Hopfengarten auszuhelfen. Nach der Arbeit haben wir die Nähe zum See und zum Allgäu für schöne Wanderungen und Spaziergänge genutzt. 

Ausblick 2021 - die Reise geht weiter

Dementsprechend habe ich dann auch gar nichts Größeres mehr geplant. Wir haben noch einige Wanderungen und Radtouren gemacht sowie viel Zeit am See verbracht. Meine neuen Errungenschaften – mein Mountainbike und mein SUP-Board -  wurden ausgiebig getestet. Mit den verschärften Regeln im Spätherbst/Winter haben wir sehr viel mehr Zeit zu zweit verbracht und uns ein wenig zurück gezogen. Wir sind immer noch viel draußen aber bleiben doch weitgehend unter uns, Treffen mit Freunden sind nach draußen auf Wanderungen und Spaziergänge verlagert. Ein wirklich sehr gemütlicher Winter mit ganz viel Zeit um zur Ruhe zu kommen.

 

Auch das neue Jahr wird erst einmal gemütlich starten und ich hoffe, dass ich die Entschleunigung lange beibehalten kann. Ab Juli startet ein neues großes Kapitel in meinem Leben, mit meiner großen Reise. Darauf freue ich mich extrem und habe tatsächlich schon die ersten Buchungen gemacht. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass sich die Welt im New Normal wieder ins Gleichgewicht gerät. Mehr zu meiner Weltreise erfährst du hier.

 

Ich wünsche euch allen ein Gutes Neues Jahr und vor allem ganz viel Gesundheit!

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Hier schreibe ich, Steffi, von meinen kleinen und größeren Reisen in der Heimat und rund um die Welt. Ich habe nie meinen Job gekündigt um die Welt zu bereisen, aber ich nutze jede Gelegenheit unseren schönen Planeten zu erkunden. Auf travel and other stories zeige ich euch, dass man sich auch mit Vollzeitjob kein Abenteuer entgehen lassen muss