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Weltreise 2021 - Alles über mein Sabbatical

193+ Länder, 7 Kontinente, 5 Weltmeere – so viel zu entdecken und die Liste mit Orten, die ich unbedingt erleben möchte, ist unglaublich lang. Mit meinen 30 Urlaubstagen habe ich in den letzten Jahren viele schöne Orte auf der ganzen Welt bereisen können und dabei unvergessliche Momente erlebt. Dabei merke ich allerdings auch, wie mit jedem erfüllten Bucketlist-Ziel neue Träume geboren werden. Der Wunsch immer mehr zu sehen steigt und meine Urlaubstage kommen mir viel zu wenig vor. So habe ich mich schon vor 3 Jahren dazu entschlossen eine Auszeit zu nehmen um noch mehr von unserem schönen Planeten zu entdecken.


Der Entschluss ist gefasst - und was nun?

Dass ich mir eine Auszeit aus dem Job und dem geregelten Leben hier in Deutschland nehmen werde, stand für mich also schon lange fest. Offen war zunächst in welchem Rahmen dies möglich ist. Inspiriert von vielen Weltenbummlern in den Sozialen Medien hörte sich eine Kündigung sehr verlockend an, auch wenn ich meinen Job und meinen geregelten Alltag meistens ganz gerne mochte. Im ersten Moment konnte ich mich schnell mit der Idee anfreunden, meinen Beruf hinter mir zu lassen und auf unbestimmte Zeit die Welt zu erkunden. Je mehr ich darüber nachdachte und je konkreter und entschlossener mein Plan wurde umso mehr Gedanken machte ich mir. Wie soll ich das finanziell stemmen? Finde ich wieder einen Job der mir genauso gefällt? Was ist, wenn das Langzeitreisen nichts für mich ist? Alles begründete Überlegungen, die mir den Traum meiner Reise aber auch nicht zerstören sollten. Ich fing an mich über Alternativen zu informieren und je mehr ich darüber nachdachte, desto interessanter wurde das Sabbatical-Konzept für mich. Schnell und einfach war die Entscheidung sicherlich nicht, aber nach ein paar Monaten und vielen Gesprächen mit Reisenden, Kollegen, Familie und Freunden, habe ich mich für ein Sabbatical entschieden und mich nach Absprache mit meinem Vorgesetzten im Herbst 2019 für das Programm beworben.

Wie läuft so ein Sabbatical eigentlich ab?

Kurz gefasst in ein Sabbatical eine bezahlte, bzw. angesparte Auszeit vom Job. Das Sabbatical besteht aus 2 Phasen, einer Ansparphase und einer Freistellungsphase. In der Ansparphase werden 100% gearbeitet, aber nur ein %-Teil des eigentlichen Gehaltes ausbezahlt (häufig 75%). Auf die Ansparphase folgt dann die Freistellungsphase, die ungefähr ein Viertel der gesamten Sabbaticalzeit ausmacht. In dieser Freistellungsphase wird dann das angesparte Gehalt ausgezahlt was dann weiterhin 75% des ursprünglichen Gehaltes entsprechen. 6 Monate sind in meinem Unternehmen die maximale Freistellungszeit, kürzere Sabbaticals ab 1 Monat sind aber auch möglich, was sich dann in einer entsprechend kürzeren Ansparphase (oder einem höheren %-Satz des Gehaltes) widerspiegelt.

Wir konnten uns für mich auf ein 5-monatiges Sabbatical einigen. Damit ich trotzdem 6 Monate reisen kann wird ein Monat mit Urlaubstagen und Überstunden überbrückt. Seit Januar 2020 bin ich in der Ansparphase, damit ich mit der Freistellungsphase ab Juli 2021 die Reise beginnen kann. Für das Sabbatical gibt es einen ergänzenden Vertrag zusätzlich zum Arbeitsvertrag, der den genauen Ablauf sowie sämtliche Eventualitäten regelt. Bis der Vertrag im Unternehmen unterschrieben war vergingen ein paar Monate, daher würde ich empfehlen, ein solches Vorhaben frühzeitig anzusprechen.

Sabbatical vs. Kündigung - das sind die Vorteile

Als größten Vorteil bei einem Sabbatical im Vergleich zur Kündigung sind für mich als Planungsliebender Mensch diverse Sicherheitsaspekte:

  • Berufliche Sicherheit: Ich kann meinen Job behalten und nach der Langzeitreise wieder zurück kehren
  • Finanzielle Sicherheit während der Reise – das Einkommen während der Reise ist gesichert und kann (in meinem Fall) einen großen Teil der Reisekosten decken
  • Finanzielle Sicherheit nach der Reise - Krankenversicherung, Altersvorsorge etc. laufen ganz normal weiter, wie bei einer Teilzeitanstellung
  • Langsames Herantasten – mein Sabbatical wird meine erste Langzeitreise und das teste ich ohne Risiko. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ich merken sollte, dass eine lange Reise nichts für mich ist, habe ich keinen hohen Preis gezahlt, sondern kann nach den 6 Monaten einfach wieder in mein altes Leben zurück kehren

 

Auch wenn diese Vorteile für mich überwiegen, gibt es natürlich auch ein paar Nachteile, die bei einer Kündigung vielleicht nicht so stark zum Tragen kommen:

  • Begrenzte Reisezeit – 6 Monate hören sich auf den ersten Blick sehr lange an, aber je tiefer ich in die Planung einsteige, desto klarer wird mir, dass das eine kurze Zeit ist und bei weitem nicht ausreicht um die ganze Welt zu bereisen
  • Fehlendes Freiheitsgefühl – ob ich wirklich komplett loslassen kann und mich voll und ganz ins Abenteuer stürzen kann, wenn ich weiß, dass zuhause wieder der Job auf mich wartet werde ich dann wohl erst auf der Reise erfahren
  • Kollegen hängen lassen – ob eine Stelle für ein paar Monate nachbesetzt werden kann ist fraglich. Wenn die Kollegen die eigenen Aufgaben so lange covern müssen ist das natürlich ziemlich uncool
  • Karriere Bremse – sind wir mal ehrlich, mit der Entscheidung für so viel Freizeit muss man irgendwo Abstriche machen. Beruflich geht es daher möglicherweise erstmal nicht weiter voran

Langzeitreise - alleine oder mit Partner?

Die erste Frage die mir gestellt wird, wenn ich von meinem Sabbatical erzähle ist meistens dieselbe. Machst du das alleine oder mit deinem Freund zusammen? Häufig gefolgt von ungläubigen Blicken, wenn ich dann erzähle, dass ich das alleine machen werde. Die Langzeitreise ist MEIN Traum, den ICH mir verwirklichen möchte. Mein Freund ist generell kein großer Reise-Fan und so eine Reise käme für ihn in vielerlei Hinsicht nicht in Frage. Er kennt meinen Wunsch schon länger als jeder andere und unterstützt mich in jeglicher Hinsicht, diesen Traum zu verwirklichen. Auch wenn es ungewohnt sein wird so lange getrennt zu sein, bin ich mir sicher, dass wir die Zeit gut überstehen. Da ich seit Jahren immer wieder alleine reise, ist es für mich auch gar nicht so ungewohnt. Für ihn wird es wohl schwieriger werden, alleine zurück in Deutschland zu bleiben.

Was werde ich in den 6 Monaten eigentlich machen?

Als ich für mich beschlossen hatte auf große Reise zu gehen, hatte ich kein bestimmtes Reiseziel ins Auge gefasst. Fest stand nur, dass ich längere Zeit weg möchte und dabei auch möglichst viel Erleben will. Ich habe eine Liste mit Ländern und Orten aufgesetzt sowie einem ungefähren Zeitbedarf. Diese Länder habe ich dann im ersten Schritt priorisiert und damit eine grobe Auswahl auf der ganzen Welt verteilt gehabt. Die erste Liste war mit 26 Ländern natürlich viel zu lang für ein halbes Jahr. Mit der Zeit habe ich dann angefangen Länder zu Clustern und mich auf maximal 2 Kontinente zu fokussieren. Die erste Intention waren einige Monate in Süd- und Mittelamerika sowie Ozeanien zu verbringen. Da meine geplante Afrika-Reise nach Namibia und Botswana dieses Jahr nicht stattfinden konnte, verspürte ich zunehmend den Wunsch, diese Reise nach zu holen und so kann ich mir mittlerweile gut vorstellen eine längere Zeit durch Süd-Ost Afrika zu reisen. Da mir 3 Kontinente zu viel sind für 6 Monate hadere ich nun noch zwischen Südamerika und Afrika, wobei die Tendenz aktuell eher Richtung Afrika geht, da ich zeitlich den südamerikanischen Winter erwischen würde. Ozeanien steht noch immer hoch im Kurs, da ich dort gerne Tauchen möchte. Die Ziele sind unfassbar weit weg mit Flugzeiten von +24h, weshalb sich ein paar Monate dort absolut anbieten würden, damit es sich so richtig lohnt.

Und was ist mit Covid und den aktuellen Reisebeschränkungen?

Dann gibt es ja noch diese Unsicherheit. So ziemlich alle von mir anvisierten Länder sind von der Bundesrepublik als Risikogebiete eingestuft und lassen zum Großteil auch aktuell keine Touristen einreisen. Bis nächstes Jahr kann noch einiges passieren und ich muss in alle Richtungen flexibel bleiben. Ich möchte die Freistellungsphase auf jeden Fall nehmen und werde dann spontan planen und buchen. Da ich doch sehr positiv bin, glaube ich fest daran im nächsten Jahr eine unvergessliche Langzeitreise zu erleben.

Und wie kann ich mir das alles leisten?

Eine Frage die auch immer wieder gestellt wird, betrifft die Kosten und Finanzierung der Reise. Eine sehr spannende Frage, die ich aktuell auch nur zum Teil beantworten kann. Da meine Reisepläne noch sehr ungewiss sind, kann ich die möglichen Kosten nur ganz grob abschätzen. Allerdings habe ich mir ein Maximalbudget gesetzt und die Finanzierung auf dieses Budget geplant. Mein Reisebudget wird sich aus laufenden Einnahmen und Erspartem zusammen setzen. Die laufenden Einnahmen sind mein Gehalt, das ich sehr gut planen kann. Und am Sparen bin ich schon eine ganze Weile dran. Da ich aktuell nur 75% meines Gehaltes bekomme, habe ich schon vor der Ansparphase für das Sabbatical angefangen zu Sparen, bzw. habe ich das Sabbatical erst angemeldet, als ich mein Sparziel schon fast erreicht hatte.

 

Zum dem Thema werde ich noch ausführlicher berichten, wenn die Pläne konkreter werden und dann auch nochmal, wenn ich wieder zurück bin und die tatsächlichen Reisekosten kenne. Aber hier sind schon einmal meine wichtigsten Spartipps vorweg:

  • monatlich einen festen Betrag auf ein separates Konto buchen
  • laufende Kosten senken durch Preisvergleiche für Handyverträge, Versicherungen,...
  • nur notwendige Abonnements abschließen (und die Verträge rechtzeitig vor der Reise auslaufen lassen), z.B. Fitnessstudio, Netflix, Spotify,...
  • nicht notwendige Ausgaben reduzieren, bzw. selektieren. Bei jedem größeren Kauf abwägen, ob das nötig ist, oder nicht doch besser für die Reise verwendet werden soll
  • auch beim Reisen sparen. Muss es ein schickes Hotel sein oder reicht ein nettes Hostel? Brauche ich ein privates Taxi oder lerne ich die öffentlichen Verkehrsmittel kennen? Muss ich jeden Tag essen gehen oder kann ich die Küche an der Unterkunft testen? Brauche ich materielle Souvenirs oder reichen mir meine Erinnerungen? 

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Hier schreibe ich, Steffi, von meinen kleinen und größeren Reisen in der Heimat und rund um die Welt. Ich habe nie meinen Job gekündigt um die Welt zu bereisen, aber ich nutze jede Gelegenheit unseren schönen Planeten zu erkunden. Auf travel and other stories zeige ich euch, dass man sich auch mit Vollzeitjob kein Abenteuer entgehen lassen muss