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Zwischen den Kontinentalplatten - Schnorcheln in der Silfraspalte

Im Islandurlaub zwischen den Kontinentalplatten Schnorcheln, im glasklaren, blauen Wasser mit einer Visibilität von bis zu 120m. Klingt gut, nicht wahr? Da stört die Wassertemperatur im frisch gefilterten Gletscherwasser von 2-4°C auch nicht, oder? Hier möchte ich meine Erfahrungen von diesem einmaligen Erlebnis mit euch teilen. Ganz zum Schluss findet ihr dann auch noch ein paar Tipps & die genauen Kosten, falls ihr euch dieses Abenteuer bei eurer Islandreise auf keinen Fall entgehen lassen wollt.

Die Silfraspalte entstand durch die tektonische Bewegung zwischen der amerikanischen und eurasischen Kontinentalplatte. Mittlerweile liegt die Spalte zwischen der amerikanischen Platte und dem Niemandsland, bze. dem Land, das sich zwischen den Platten gebildet hat. Die Silfraspalte driftet jährlich um bis zu 2 cm auseinander. Zu sehen gibt es dieses Naturhighlight im Þingvellir-Nationalpark, am Golden Circle in Islands Westen, eine gute Autostunde von der Hauptstadt Reykjavík entfernt. 

 

Als begeisterter Taucher wollte ich gerne in der Silfraspalte, die als eine der Top Tauchdestinationen überhaupt gilt, tauchen gehen. Da das Wasser hier so unglaublich kalt ist, darf natürlich nur mit einem Trockenanzug getaucht werden und dafür wird ein spezielles Zertifikat benötigt. Leider habe ich das momentan noch nicht und so blieb mir die Option zu Schnorcheln um Silfra unterwasser zu erleben.

 

Im Þingvellir-Nationalpark gibt es einige Touranbieter, die auch von Reykjavík aus fahren. Ich hatte keine Tour gebucht und hatte unglaublich viel Glück noch einen Platz ergattern zu können, da jemand kurzfristig abgesprungen ist. Wenn ihr in Silfra schnorcheln gehen wollt, solltet ihr unbedingt vorher eine Tour buchen. Es ist nicht erlaubt auf eigene Faust Schnorcheln zu gehen.

 

Wie gesagt, ich hatte Glück, noch einen Platz zu ergattern. Die Tour ist insgesamt auf 2h angesetzt, wobei ein Großteil der Zeit für die Vorbereitung drauf geht. Bis jeder einen passenden Trockentauchanzug anhat und das wichtige Briefing durchgesprochen ist, vergeht schon knapp eine Stunde. Doch dann ist es endlich soweit und wir können loslegen. Vor dem Einstieg folgt noch ein letztes Briefing und dann darf ich zum ersten Mal testen, dass der Trocki tatsächlich trocken hält. Im Wasser gibt es dann noch einen kurzen Check ob alles passt und dann geht das Erlebnis auch schon los.

Bevor es los ging, habe ich mir gar nicht so viele Gedanken über die Kälte gemacht. Wenn soviele Menschen das machen und aushalten, dann kann es ja wohl gar nicht so schlimm sein. Unsere Guide, die im Übrigen absolut genial war, warnte schon vor der Kälte an den Lippen, die ja unweigerlich dem kalten Wasser ausgesetzt sind. Sie meinte dann, dass die Lippen erstmal brennen, nach spätestens 2 Minuten aber taub sind und nach Beendigung wieder ganz normal warm werden. Ich tauchte also das erste Mal mit dem Kopf ab und schon nach 5 Sekunden wieder auf. Puh! Dass das Wasser so kalt ist, hätte ich nicht gedacht. Mein Körper war schön gewärmt im Trocki, die Hände wurden zwar nass durch die Handschuhe, blieben aber zunächst warm. Aber meine Lippen! Das hat so gebrannt, da fehlen mir die Worte. Ich hätte nicht gedacht, dass ich die 30 Minuten im Wasser aushalten würde. Immer wieder dachte ich an die Worte der Guide und hoffte ienfach, dass die Taubheit schnell einsetzen würde. Und das passierte zum Glück auch recht schnell. Ich glaube nicht, dass es 2 Minuten gedauert hat, bis ich gar nichts mehr spürte. Eine Wohltat!

 

Genug über meine Befindlichkeiten gequatscht, das was mich unter Wasser erwartete war absolut atemberaubend. Das Wasser war klarer und blauer als ich es mir hätte jemals vorstellen können. Das war absolut surreal. Die Sicht war endlos und die Spalte wirkte alles andere als tief. Das war einer der beeindruckendsten Momente meines Lebens. Schon alleine der Augenblick direkt nach dem Abtauchen war das Geld mehr als wert und mir war klar, dass ich gerade eine Erfahrung fürs Leben sammeln würde.

 

Die Schnorcheltour führte für ca. 20-25 Minuten durch die Spalte um am Ende in eine Lagune zu münden. Dort hatten wir noch ein wenig Zeit für uns. Da es mittlerweile richtig kalt wurde, bin ich nicht allzu lange in der Lagune geblieben und habe mich direkt auf die sonnige Wärme an der frischen Luft gefreut. Nach der Tour gab es noch heißen Kakao und Kekse, perfekt zum Aufwärmen.

 

Auch von Land ist die Silfaspalte toll anzuschauen:

Schnorcheln in der Silfra-Spalte auf einen Blick:

 

Kosten: ca. 15.000 ISK (2019 etwa 110€)

Dauer: 2h

Touranbieter: Troll Tours (*unbezahlte Werbung, es gibt sehr viele Anbieter die die selbe Tour anbieten)

Was ziehe ich an: den Trockentauchanzug inkl. einem wärmenden Unteranzug bekommt man gestellt, darunter wird Thermounterwäsche empfohlen. Ich hatte aufgrund der Spontanität nur eine Laufhose und ein T-Shirt mit dabei, das hat aber auch sehr gut funktioniert.

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Hier schreibe ich, Steffi, von meinen kleinen und größeren Reisen in der Heimat und rund um die Welt. Ich habe nie meinen Job gekündigt um die Welt zu bereisen, aber ich nutze jede Gelegenheit unseren schönen Planeten zu erkunden. Auf travel and other stories zeige ich euch, dass man sich auch mit Vollzeitjob kein Abenteuer entgehen lassen muss