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Outdoorfreunde aufgepasst! Meine 5 Lieblingswanderungen auf der Isle of Skye

Wer wandern mag, wird die Isle of Skye lieben! Denn die Insel ist ein absolutes Paradies für Outdoor-Fans und Wanderfreunde. Neben aufregenden langen Wanderungen gibt es eine Vielzahl kurzer Strecken und Routen die einfach zugänglich und auch für weniger ausdauernde Wanderer sehr gut geeignet sind. Während unseres Roadtrips im Juni haben wir 4 Tage lang die beliebte schottische Insel erkundet. Dabei waren wir Tag für Tag überrascht wie vielseitig und atemberaubend die Landschaft dort ist. Die Landschaft lässt sich natürlich am Besten zu Fuß erkunden und so waren wir täglich wandern und haben uns einige Ecken der Insel angeschaut. Hier möchte ich euch nun unsere schönsten 5 Wanderungen vorstellen.



Wanderung zu den Fairy Pools

Noch bevor wir unser Airbnb in Culnacnoc aufgesucht haben, sind wir auf der Isle of Skye als erstes zu den Fairy Pools gefahren. Als wir am Parkplatz ankamen, schüttete es in Strömen und wir haben dirkt mit einem Picknick im Wagen gestartet. Das war sicher kein schlechter Start, denn vom Parkplatz aus kann man bereits die wolkenverhangenen düsteren Cuillin Mountains und die grünen Täler sehen. Sicher nicht der schlechteste Fleck zum Picknicken!

 

Nachdem sich die ersten Wolken verzogen und der Regen in Nieselregen übergegangen ist, machten wir uns auf den Weg zu den Fairy Pools. Bei den Fairy Pools handelt es sich um natürliche, glasklare Pools, die der Fluss Brittle in die Felsen geformt hat. Vom Parkplatz geht es über einen unübersehbaren Schotterweg hinab ins Tal. Direk zu Beginn der Wanderung gibt es auf der linken Seite einen tollen Wasserfall (wer bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht viele schottische Wasserfälle gesehen hat, wird absolut begeistert sein). Der daraus entspringende Fluss muss überquert werden, was nicht ganz einfach, aber doch machbar ist. Wenn man sich nicht ganz ungeschickt anstellt, bleiben auch die Füße trocken. Weiter geht es dann auf dem Wanderweg Richtung Berg. Schon nach wenigen Minuten verläuft dieser Weg parallel zum Brittle und schnell wird klar, dass dieser Fluss ein ganz besonderer Fluss ist. Der Brittle entspringt dem Black Cuillin Mountain und ist glasklar mit einem märchenhaften türkisfarbenen Schimmer. Bei der Wanderung flussaufwärts kommt man an vielen kleinen Wasserfällen und den darunter liegenden Becken vorbei, den sogenannten Fairy Pools. Als wir wandern waren, haben sich auch einige ins Wasser getraut um schöne Bilder zu machen. Da habe ich mich aber doch lieber in meine Decke gekuschelt und auf das perfekte Foto verzichtet. 

 

Nach einer guten Stunde wurden die Wolken wieder dunkler und der Nieselregen, der inzwischen einzelnen Sonnenstrahlen gewichen war, kam mit einer stärkeren Intensität als zuvor zurück. So machten wir uns dann auch wieder auf den Rückweg. Zurück zum Auto geht es über die selbe Strecke wie zuvor, wir haben hier keine Möglichkeit für einen Rundweg gesehen. 

Wanderung zu den Fairy Pools auf einen Blick:

Highlight: Mystische Cuillin Berge, türkisfarbenes Wasser

Dauer: ca. 1,5-2h 

Intensität: leicht (überwiegend eben, eine nicht ganz einfache Flussüberquerung)

Parken: Parkmöglichkeiten an der Straße vorhanden

Wanderung zum Neist Point Leuchtturm

Schon die Fahrt zum Parkplatz für diese Wanderung ganz im Westen der Isle of Skye ist ein Abenteuer für sich. Auf engen einspurigen Straßen ging es für uns von Culnacnoc im Nord-Osten kommend kilometerweit durch das Hinterland. Gelegentlich bekamen wir Gegenverkehr, aber gefühlt waren wir die meiste Zeit auf uns selbst gestellt und teilten uns die Straße nur mit unzähligen Schafen und einzelnen Rindern. Erst kurz vor unserem Ziels tauchten wie aus dem Nichts viele Autos auf um einen der begehrten Parkplätze zu bekommen. Vom Parkplatz aus geht dann ein befestigter Wanderweg zum Leuchtturm. Der Weg ist sehr gut ausgeschildert und stark frequentiert, deshalb unverfehlbar. In etwa einer halben Stunde geht es vorbei an saftig grünen Wiesen und steilen Felsen zum Leuchtturm, der schon aus der Ferne gut sichtbar ist. Der Leuchtturm ist ganz hübsch anzusehen, aber mein Highlight dieser Wanderung war die Mittagspause hoch oben auf einem Felsen, mit einer tollen Sicht auf das tosende Meer und den äußeren Hebriden, die sich am Horizont abzeichnen. Die Wanderung auf den Felsen war nicht ganz einfach, aber hat sich absolut gelohnt und ist deshalb eine ganz klare Empfehlung. Oben auf dem Felsen angekommen, packten wir unsere Snacks aus und konnten gnz gemütlich und entspannt unsere mitgebrachten Snacks genießen.

Zurück ging es dann wieder auf dem selben Weg wie zuvor, allerdings ist diese Strecke deutlich anstrengender. Auf dem Rückweg gilt es, die ganzen Stufen bis hoch zum Parkplatz zu gehen. Der Weg ist sehr gut ausgebaut, kann aber, besonders bei warmem Wetter, auch ganz schön schweißtreibend sein.

 

Nach der Wanderung kann ich euch das Lephin Café in Glendale empfehlen. In gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre werden gute Kaffees serviert. Besonders die Tasse Flat White ist mir in sehr guter Erinnerung geblieben.

Wanderung zum Neist Point Lighthouse auf einen Blick:

Highlight: Klippen, Aussicht auf das offene Meer

Dauer: ca. 2,5h 

Intensität: leicht-Mittel (starke Steigung inkl. Stufen auf dem Rückweg, sehr gut befestigt)

Parken: Parkmöglichkeiten an der Straße vorhanden

Wanderung zum Old Man of Storr

Schon von weitem ist die bizarre Felsformation des Old Man of Storr zu Sehen. Kein Wunder, dass der freistehende Felsen, das Wahrzeichen der Isle of Skye bildet. Da wir ein Airbnb ganz in der Nähe gebucht hatten, führte für uns auch tatsächlich kein Weg an der Küstenstraße vorbei an den einzigartigen Steinen. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis wir uns die Felsen aus der Nähe angeschaut haben. Wir entschieden uns für die Wanderung an einem wolkigen, späten Nachmittag. Der Parkplatz war immer noch sehr voll, aber das hat uns nicht weiter gestört. Wie ihr auf den Bildern gleich sehen werdet, verläuft sich die Strecke total und man hat trotz des Menschenandrangs eine freies, unberührtes Panorama Erlebnis. 

 

Die Wanderung beginnt recht unspektakulär über eine befestigte Straße.Zunächst waren wir nicht besonders von der strak abgeholzten Landschaft angetan,  aber die Begeisterung stieg mit jedem Höhenmeter. Am Fuße des Berges stehend, kann man den Old Man of Storr vor den felsigen Berggipfeln im Hintergrund kaum unterscheiden. Nach ungefähr einem Kilometer hört die befestigte Straße auf und es geht weiter über Wiesen und Trampelpfade. Ich könnte mir vorstellen, dass die Wege bei Regen zum Teil ganz schön rutschig werden könnten, aber wir hatten Glück und kamen sehr gut durch. Bevor wir zu den Felsen gewandert sind, machten wir uns auf den Weg zu einem Felsplateau in Richtung Norden. Von dort hatten wir die schönste Aussicht auf den Old Man of Storr und auf die Küste. Wir waren nicht die einzigen, die von dieser Aussicht scheinbar nicht genug bekommen konnten. Denoch ging es nach einer gemütlichen Pause weiter zu den Felsen. Hier kann man um die einzelnen Felsen herumwandern und die Formationen aus der Nähe begutachten. Das kann man gut machen, muss man aber nicht.  Vom Plateau aus, fand ich die Felsen deutlich spektakulärer.

 

Auf dem Rückweg bietet sich ein wunderschönes Panorama mit einem kleinen See und dem Meer im Hintergrund. Da hat es überhaupt nicht gestört wieder den selben Weg zurück zu nehmen. Leider mussten wir uns ziemlich beeilen auf dem Heimweg, da wir Essen gehen wollten und die einzigen beiden Restaurants in unserer Nähe nur bis 20 Uhr auf hatten. 

Wanderung zum Old Man of Storr auf einen Blick:

Highlight: freistehende Felsspitze ist das Wahrzeichen der Insel, wunderschöne Aussicht

Dauer: ca. 3h 

Intensität: Mittel (starke Steigung, größtenteils nicht befestigt)

Parken: Parkplatz vorhanden

Wanderung um den Quiraing

Die Wanderung zum Quiraing war sicherlich eines unserer Highlights auf der Isle of Skye. Wir hatten Bergsicht von unserem Airbnb aus und uns seit der Ankunft gefragt, wie es wohl da oben aussehen wird, auf diesem Berg von dessen Einzigartikeit wir so viel Positives im Vorfeld gehört hatten. Bei unserem ersten Versuch den Quiraing Rundweg zu wandern wurden wir schon vor dem Start durch heftigen Regen ausgebremst. Da mussten wir uns dann die Zeit zunächst in einem gemütlichen Café vertreiben, was sicher nicht die schlechteste Idee war.  Sobald es aufhörte zu regnen machten wir uns also wieder auf den Weg auf den Quiraing. Wie zuvor hatten wir Glück und keinen Gegenverkehr als es die steile, einspurige Straße zum Parkplatz hoch ging. Im Gegensatz zu vorher, war der Parkplatz deutlich leerer geworden mit gerade einmal zwei Handvoll geparkten Autos.

 

Wir machten uns direkt auf den Weg und waren schon nach wenigen Minuten absolut begeistert. Diese hügelige Landschaft ist absolut surreal, etwas vergleichbares habe ich noch nie erlebt. Saftig grüne Wiesen, bizarre Felsen, kleine Seen, vereinzelte Schafe, dicke graue Wolken, die der Erde so nahe scheinen, in der Ferne das Meer und fast weit und breit keine Menschenseele zu finden. Dieses Gefühl kann ich kaum beschreiben, das muss man einfach erlebt haben. Ich habe so viele Bilder gemacht, aber diese einmalige Stimmung konnte ich leider nicht einfangen. Bei dieser Wanderung wurde mir zum ersten mal klar, warum so viele Menschen immer wieder nach Schottland zurückreisen und nie genug von diesem Stückchen Erde bekommen können.

Unsere Wanderung führte uns an einen Punkt, an dem wir nicht genau wussten wie die Strecke weiterläuft. Wir haben uns dann für den weniger offensichtlichen Weg über einen Felsen entschieden, mussten aber nach einer Weile auf diesem unbefestigten und eher schwierigen Stück feststellen, dass wir in eine Sackgasse geraten sind. Das war aber gar nicht schlimm, denn das Ende dieses Weges war ein wunderschöner schmaler Grat zu einem Felsen, wie ihr auf dem letzten Bild unten sehen könnt. Der kleine Umweg hat sich also absolut gelohnt. 

 

Auf dem Weg zurück zum Hauptpfad wurden die Wolken immer dunkler und der Wind wurde immer stärker. Es war klar, dass die nächste Wolke ein Gewitter mit sich bringt und es deshalb nur noch eine Frage der Zeit war, bis zum nächsten Regenerguss. Wir haben kurz überlegt ob wir den Rundweg fortsetzen (wir hatten vielleicht ein Drittel der Strecke), aber haben uns dann für den sicheren Rückweg auf dem schnellsten Weg entschieden. Das war auch eine echt gute Entscheidung, schon nach wenigen Minuten setzte der Regen ein und wurde immer stärker. So sehr wir uns beeilt haben, die Gewitterwolken waren schneller und der Regen wurde immer stärker. Das letzte Stück sind wir richtig gerannt und kamen dann trotz guten wetterfesten Klamotten völlig durchnässt am Auto an. Puh! Wir hatten schon einige Regenduschen abbekommen in diesem Urlaub, aber das was da abging war echt heftig. Wir mussten tatsächlich erst eine halbe Stunde warten, bevor wir uns wieder getraut haben, den Heimweg über die steile Straße anzutreten. Auch wenn ich diese Wanderung mit klatschnassen Klamotten, der Angst um meine Kamera und als viel zu kurz in Erinnerung behalten werde, ist dies ohne Zweifel meine Lieblingswanderung auf der Isle of Skye gewesen und ich würde die Wanderung jedem absolut empfehlen. Eines Tages möchte ich zurück und den Rundweg zuende bringen.

Wanderung um den Quiraing auf einen Blick:

Highlight: atemberaubende, surreale Landschaft, die absolut einmalig ist 

Dauer: ca. 3-4h auf einem 7km Rundweg

Intensität: Mittel (überwiegend eben, aber häufig nicht befestigt)

Parken: Parkplatz vorhanden

Wanderung zum Brother's Point

Diese Wanderung ist ein absoluter Geheimtipp, den uns unsere Airbnb Vermieterin Veronique mit auf den Weg gegeben hat. Dieser Wanderweg ist recht unbekannt und außer uns war nur ein einziges Paar weit und breit unterwegs. Der Brother's Point ist eine kleine grüne Landzunge bei Staffin und durch einen kleinen Spaziergang an der Küste entlang zu erreichen. Los geht es in Staffin, auf der gegenüberliegenden Seite des Skye Pie Cafés, wo das Auto geparkt werden kann. Außerdem lohnt es sich absolut im Skye Pie Café einzukehren, denn die dort servierten Pies sind wohl über die Grenzen der Isle of Skye hinaus sehr begehrt. Wir teilten uns vor der Wanderung einen Apple Pie und waren echt begeistert.

 

Die Wanderung startet auf der gegenüberliegenden Straßenseite und der Startpunkt ist durch einen etwas versteckten Wegweiser nach "Rubha nam Brathairean" kenntlich gemacht. Der erste Teil des Weges ist befestigt und geht vorbei an zwei Wohnhäusern. Schon nach wenigen Minuten endet der befestigte Weg und es geht weiter über saftig-grüne Wiesen. Auch wenn es keinen ausgewiesenen Pfad gibt, ist die Strecke zum Brother's Point sehr intuitiv zu finden. Vorbei an gemütlich weidenden Schafen und steilen Felsklippen geht es immer weiter Richtung Meer. Immer der Küste folgend, ist der Brother's Point auch schon nach kurzer Zeit erreicht und ein umwerfendes Panorama öffnet sich. Bei Ebbe lohnt sich auf der Wanderung der Blick nach unten, denn hier gibt es Dinosaurier Spuren zu entdecken! Wir sind leider nicht fündig geworden, hatten uns aber auch im Vorfeld nicht ausreichend informiert. 

Wanderung zum Brother's Point auf einen Blick:

Highlight: Dinospuren bei Ebbe sichtbar, Geheimtipp

Dauer: ca. 2h

Intensität: Mittel (Wege sind größtenteils nicht befestigt, Steigung auf dem Rückweg)

Parken: beim Skye Pie Café in Staffin

Unbezahlte Werbung - da Nennung von Orten und Cafés.

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Hier schreibe ich, Steffi, von meinen kleinen und größeren Reisen in der Heimat und rund um die Welt. Ich habe nie meinen Job gekündigt um die Welt zu bereisen, aber ich nutze jede Gelegenheit unseren schönen Planeten zu erkunden. Auf travel and other stories zeige ich euch, dass man sich auch mit Vollzeitjob kein Abenteuer entgehen lassen muss